Mit welcher Asana Seite beginnst Du?
In vielen Yoga Traditionen werden Asanas auf der rechten Seite begonnen
Aber warum eigentlich – und welche Auswirkungen hat dies auf Deinen Körper?
Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf indische Traditionen und Bräuche. In Indien gilt die rechte Körperseite als „rein“. Mit der rechten Hand begrüßt man andere Menschen oder reicht ihnen Gegenstände. Die linke „unreine“ Hand wird dagegen meist für hygienische Zwecke genutzt und oft hinter dem Rücken verschränkt oder beim Essen unter den Tisch gelegt.
Im Yoga wird die rechte Seite als aktiv, männlich und stark beschrieben. Deshalb wählen viele Traditionen diese Asana Seite als Startpunkt jeder Yogasequenz.

Unausgeglichenheit als Folge
Auch wenn es traditionelle Gründe gibt, Übungen zuerst mit der rechten Körperhälfte auszuführen, sollte man dieser Praxis nicht unhinterfragt folgen. Denn es spricht vieles dafür darauf zu achten dies an den eigenen Körper anzupassen.
Die erste Seite, auf der man eine Asana macht, erhält in den meisten Fällen mehr Aufmerksamkeit. Es sind noch mehr Kraft- und Energiereserven im Körper vorhanden und auch die Motivation ist größer, dies kann dazu führen, dass man tiefer in die Pose hinein geht und mehr auf die Positionierung und Ausrichtung der Gliedmaßen achtet. Zudem sind beim erstmaligen Ausführen einer Übung Puls und Atmung ruhiger – vor allem bei anstrengenden Übungen. Zählt man nun die Atemzüge, um die Asana auf beiden Seiten gleichlange zu halten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die zweite Seite, aufgrund des durch die Anstrengung beschleunigten Atmens, kürzer gehalten wird.
Wenn nun die Yogaübungen immer zuerst auf der rechten Seite praktiziert werden, bedeutet dies, dass diese tendenziell mehr trainiert wird als die linke Seite.
Die Folgen dieser Praxis sind leicht nachzuvollziehen: es entsteht eine Unausgeglichenheit im Körper. Die rechte Seite wird stärker und beweglicher, während auf der linken Seite Fortschritte nur langsamer zu beobachten sind.
Mir persönlich ist zudem aufgefallen, dass sich dies auch in vielen Online-Yoga-Videos beobachten lässt. Das heißt: achte selbst einmal darauf, falls Du gerne solche Videos machst. Der oder die Yogalehrer*in weiß nicht welche Deiner Körperhälften mehr Aufmerksamkeit benötigt.
Ein Ziel des Yoga: den Körper ausgleichen
Yoga zielt unter anderem darauf ab, den Körper wieder in seinen „Normalzustand“ zu bringen, Dysbalancen auszugleichen und die körperlichen Prozesse zu regulieren.
Jeder hat Lieblingsübungen im Yoga. Häufig sind dies Übungen, die einem besonders leichtfallen. Um eine Unausgeglichenheit im Körper vorzubeugen, ist daher darauf zu achten, auf diese Übungen nicht einen allzu großen Fokus zu legen, sondern vermehrt andere oder sogar gegensätzliche Posen in die Praxis einzubauen. Ebenso sollte man der Körperseite mehr Aufmerksamkeit widmen, die schwächer oder unbeweglicher ist als die andere.
Ein Rechtshänder hat üblicherweise mehr Feingefühl in der rechten Hand. Dies hat zur Folge, dass die dort vorhandene Kraft sehr zielorientiert eingesetzt werden kann. Anders sieht es bei der linken Hand aus. Da diese nicht dasselbe Ausmaß an Feingefühl besitzt, muss für jede Bewegung/Handlung mehr Kraft eingesetzt werden.
Daher empfiehlt es sich, Feingefühl und Beweglichkeit der linken Hand zu trainieren(z.B. mit der linken Hand die Zähne putzen, die Gabel zum Mund führen oder Schreiben üben).
Für Linkshänder gilt dies selbstverständlich auch, nur umgekehrt.
Um den gesamten Körper in ein Gleichgewicht zu bringen, empfiehlt es sich, die Asanas ideal für Dich anzupassen. Prüfe jede einzelne, um herauszufinden auf welcher deiner Körperseiten Dir die Übung leichter fällt und auf welcher Du noch „Aufholbedarf“ hast. So kannst Du Deine Yogapraxis noch individueller gestalten und die Übungen für Dich noch wirksamer werden lassen.
Fazit
Um den gesamten Körper in ein Gleichgewicht zu bringen, empfiehlt es sich, die Asanas ideal für Dich anzupassen. Prüfe jede einzelne, um herauszufinden auf welcher deiner Körperseiten Dir die Übung leichter fällt und auf welcher Du noch „Aufholbedarf“ hast. So kannst Du Deine Yogapraxis noch individueller gestalten und die Übungen für Dich noch wirksamer werden lassen.
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Ich bin Joram Schirmaier, Gründer von WellYo (ehemals Yoganism). Nach vielen Jahren intensiver Praxis und Lehrtätigkeit ist es mein Ziel, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Wohlbefinden, Klarheit und innerer Balance zu begleiten. Dabei geht es mir nicht nur um Yoga auf der Matte, sondern um alltagstaugliche Impulse, die nachhaltig wirken. Ich glaube daran, dass jeder Mensch auf seine eigene Art glücklich werden kann – und sehe meine Aufgabe darin, diesen Weg mit Erfahrung, Präsenz und einem offenen Herzen zu unterstützen.




