Adnya
Das Stirnchakra: Wahrnehmung, Klarheit & inneres Sehen
Das Adnya (auch Ajna) wird im Alltag meist als drittes Auge bezeichnet und sitzt in der Stirnmitte zwischen den Augenbrauen. Es ist das Zentrum für Intuition, Einsicht und innere Klarheit — nicht im Sinne mystischer Allwissenheit, sondern als Fähigkeit, Wahrnehmungen zu sortieren, Bedeutung zu erkennen und aus einem ruhigeren, zentrierten Raum Entscheidungen zu treffen. Adnya hilft uns, innere Bilder zu verstehen, Träume zu deuten und das, was still ist, hörbar zu machen: leise Impulse, innere Bilder oder ein klares Gefühl für den nächsten Schritt.
Dieses Chakra ist kein isolierter Bereich: es baut auf den vorherigen Chakren auf. Erst die Erdung (Mooladhara), das Fühlen (Swaddhistana), die Handlungskraft (Manipura), das offene Herz (Anahata) und die klare Stimme (Vishuddhi) schaffen den Boden, von dem aus echtes inneres Sehen möglich wird. Wenn Adnya stabil ist, erlebst du mehr innere Ruhe, bessere Intuition und größere Klarheit in Entscheidungen. Ist es überstimuliert oder blockiert, kann das zu Grübeln, Kopflastigkeit, diffuser innerer Unruhe oder Orientierungslosigkeit führen.

Wofür steht Adnya genau?
Adnya heißt wörtlich „das, was wahrnimmt“ — es arbeitet mit inneren Bildern, Symbolen und Intuition. Das Chakra filtert Informationen: es ist das Organ, das mehrdeutige Wahrnehmungen zu sinnvollen Einsichten formt. Dabei geht es weniger um esoterische Hellsichtigkeit als um praktische innere Klarheit: die Fähigkeit, Prioritäten zu sehen, innere Impulse von alten Mustern zu unterscheiden und die eigene Wahrnehmung bewusst zu lenken.
Funktional sitzt im Adnya die Fähigkeit, Stille zu halten und zuzuhören — nicht nur anderen, sondern vor allem sich selbst. Es ist ein Ort der inneren Entscheidung: was behalte ich, was lasse ich los, welche Vorstellung nähre ich weiter? In Integration mit den übrigen Chakren wirkt Adnya wie ein innerer Kompass: verbunden mit dem Herzen, ausgerichtet auf Handlung, verwurzelt im Körper.
Symbolik, Tiere und Edelsteine
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Symbol: Der klassische Adnya-Lotus hat zwei Blütenblätter; oft wird das Zeichen OM/AUM oder ein kleiner Punkt (Bindu) in der Mitte dargestellt — Hinweis auf die Verbindung von Dualität und Einheit.
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Farbe: Indigo / tiefes Blau-Violett — die Farbe der inneren Weite, des Nachthimmels und des Bewusstseins.
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Tiere: Vögel, vor allem Eulen oder Falken, werden symbolisch genutzt (Sehen, Scharfsinn); auch das Auge des Falken steht für fokussierte Wahrnehmung.
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Edelsteine: Amethyst, Lapis Lazuli, Sodalith, Fluorit, Bergkristall — Steine, die Klarheit, Einsicht und Ruhe unterstützen.
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Element / Qualität: Adnya wird oft mit Licht / Raum / Bewusstsein assoziiert — eine subtile, nicht-körperliche Ebene des Gewahrseins.
Zeichen einer Disbalance
Adnya ist sensibel gegenüber Überstimulation (z. B. durch permanente Reizflut) und innerer Unruhe. Hinweise auf Ungleichgewicht können sein:
- dauerndes Grübeln, unklare Gedanken, Schlafstörungen oder lebhafte, belastende Träume;
- Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen oder innere Bilder in Handlungen zu übersetzen;
- Kopfschmerzen, Augen- oder Stirnspannung;
- eine Tendenz, sich in Theorien zu verlieren statt praktische Schritte zu gehen.
7 praxiserprobte Wege, das Adnya Chakra zu stärken
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Trataka (Kerzen-Gazing)
Setze eine kleine, sichere Kerze auf Augenhöhe (oder einen fixen Punkt) und blicke entspannt auf die Flamme ohne zu blinzeln, so lange es angenehm ist. Schließe die Augen und nimm das Nachbild wahr. Trataka schult Fokus und stärkt die Stirn-Resonanz — hervorragend, um das innere Sehen zu trainieren. -
Stille & digitale Diät — klare Räume schaffen
Reduziere Bildschirmzeit vor allem am Abend. Plane täglich 15–30 Minuten stille Zeit ohne Input (kein Podcast, kein Nachrichtenkonsum). Innere Klarheit braucht Pausen von äußeren Reizen — nur so entstehen Räume, in denen Intuition hörbar wird. -
Mantra & Klang („AUM“)
Der Mantra-Klang OM in ruhiger, langsamer Stimme bringt eine subtile Resonanz in den Kopf- und Stirnbereich. Es reicht, ein paar Minuten bewusst zu summen oder das Mantra meditativ zu wiederholen, um innere Zentrierung zu fördern. -
Meditation & Visualisierung
Sitze bequem, schließe die Augen und richte die Aufmerksamkeit zwischen die Augenbrauen. Visualisiere ein klares, indigo-farbenes Licht oder ein ruhiges Sternbild. Arbeite mit Fragen (Innere Frage-Meditation): «Was braucht jetzt meine Aufmerksamkeit?» — die Formulierung der Frage kann bereits Einsicht auslösen. -
Journal & Traumarbeit — Reflexion in der Praxis
Schreibe morgens drei kurze Notizen: 1) einen Traum oder Eindruck, 2) ein inneres Thema, 3) eine kleine Handlung für den Tag. Das Training, innere Bilder niederzuschreiben, macht Intuition praktisch und umsetzbar. -
Sanfte Yoga-Übungen & Augenentspannung
Vorbeugend: entspannende Vorbeugen (z. B. Kindhaltung) und sanfte Nackenmobilisationen. Zwischendurch Augenentspannungsübungen (Palming, Blickwechsel) reduzieren Stirnspannung und ermöglichen freies Wahrnehmen. -
Nacht-Rituale & Traumförderung
Lege am Abend eine Absicht fürs Träumen (z. B. „Heute achte ich auf ein Bild, das mir hilft…“) und halte ein kleines Notizbuch am Bett. Träume sind oft Rohmaterial der Intuition; das bewusste Arbeiten damit schärft Adnya-Fähigkeiten.
Kurze Routinevorschläge
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Morgen: 2–3 Minuten Journal (Traum + Absicht).
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Tagsüber: 1–2 Minuten Augenentspannung nach Bildschirmarbeit.
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Abend: 5 Minuten Trataka (oder stille Zeit) + Absichtsnotiz.
Kombiniere Adnya-Arbeit mit der Reihenfolge der Chakren: Mooladhara → Swaddhistana → Manipura → Anahata → Vishuddhi → Adnya → Sahasrara. Erst die körperliche Basis, dann Gefühl, Handlung, Herz und Stimme — so entsteht die innere Stabilität, die klares Sehen erlaubt.
Kurzmeditation für Adnya
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Setze dich aufrecht, Hände locker im Schoß. Drei tiefe Atemzüge.
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Lege die Aufmerksamkeit zwischen die Augenbrauen, ohne zu fokussieren — als wolltest du hinter die Dinge schauen.
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Atme ruhig, wiederhole innerlich ein leises OM oder das Wort sehen. Visualisiere ein ruhiges, indigo-farbenes Licht, das mit jedem Atemzug klarer wird.
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Stelle dir eine einfache Frage (z. B. „Welches kleine Zeichen begleitet mich heute?“) und warte in der Stille auf eine leise Antwort. Notiere danach kurz, was auftaucht.
Kurzes Fazit
Adnya ist kein „Wunderzentrum“, sondern ein praktisches Instrument: es macht innere Bilder handhabbar und transformiert Wahrnehmung in Klarheit. Mit regelmäßiger, bodenständiger Praxis — stille Minuten, Trataka, Journaling und bewusstes Reduzieren von Reizüberflutung — machst du das dritte Auge zu einer verlässlichen Ressource für Entscheidungsfreude und inneres Sehen. Beginne kleinschrittig, verknüpfe Praxis mit Körperarbeit und Stimme und baue so ein tragfähiges System auf, das dich im Alltag spürbar unterstützt.
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Ich bin Joram Schirmaier, Gründer von WellYo (ehemals Yoganism). Nach vielen Jahren intensiver Praxis und Lehrtätigkeit ist es mein Ziel, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Wohlbefinden, Klarheit und innerer Balance zu begleiten. Dabei geht es mir nicht nur um Yoga auf der Matte, sondern um alltagstaugliche Impulse, die nachhaltig wirken. Ich glaube daran, dass jeder Mensch auf seine eigene Art glücklich werden kann – und sehe meine Aufgabe darin, diesen Weg mit Erfahrung, Präsenz und einem offenen Herzen zu unterstützen.

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