Nadi Shodhana: 5 effiziente Schritte zur inneren Ruhe
Die Wechselatmung im Yoga für innere Ruhe
Hast Du schon einmal von Nadi Shodhana gehört? Diese klassische Atemtechnik aus dem Yoga ist auch als Wechselatmung bekannt und gehört zu den wirkungsvollsten Formen des Pranayama. Sie ist leicht zu erlernen, beruhigt sofort den Geist und schenkt Dir innere Klarheit. Viele Yogis nutzen sie, um Stress loszulassen und sich auf die Meditation vorzubereiten.
In diesem Beitrag erfährst Du, was Nadi Shodhana bedeutet, wie die Technik wirkt und wie Du sie Schritt für Schritt üben kannst.

Was bedeutet Nadi Shodhana?
Der Begriff setzt sich aus zwei Sanskrit-Wörtern zusammen: Nadi bedeutet „Energiekanal“ und Shodhana „Reinigung“. Nadi Shodhana lässt sich also als „Reinigung der Energiekanäle“ übersetzen.
Im Yoga geht man davon aus, dass der Körper von feinen Energiekanälen durchzogen ist, durch die das Prana, die Lebensenergie, fließt. Besonders wichtig sind dabei zwei Bahnen: Ida Nadi, die linke, kühlende und beruhigende Mondenergie, und Pingala Nadi, die rechte, wärmende und aktivierende Sonnenenergie. Durch die bewusste Atmung in Nadi Shodhana werden diese beiden Energien harmonisiert. So entsteht ein inneres Gleichgewicht, das Körper und Geist spürbar stabilisiert.
Wirkung von Nadi Shodhana
Die Wirkung von Nadi Shodhana ist vielfältig. Viele Praktizierende berichten schon nach wenigen Minuten von einer tiefen inneren Ruhe. Wissenschaftliche Studien zeigen außerdem, dass diese Atemtechnik das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen und Stress abbauen kann (Studie lesen).
Auf körperlicher Ebene fördert die Wechselatmung die Atemkapazität, stärkt die Lunge und kann den Herzrhythmus beruhigen. Gleichzeitig hat sie eine stark ausgleichende Wirkung auf die Psyche: Sie reduziert Nervosität, fördert die Konzentration und ist ideal, um sich vor einer Meditation oder einer intensiven Yogapraxis einzustimmen.
Energetisch betrachtet, reinigt Nadi Shodhana die Nadis und bringt den Fluss von Prana wieder in Balance. Dadurch fühlst Du Dich wacher, klarer und gleichzeitig entspannter.
So bereitest Du Dich vor
Bevor Du mit der Wechselatmung beginnst, nimm eine aufrechte und bequeme Sitzhaltung ein – etwa im Schneidersitz oder auf einem Kissen. Die Wirbelsäule bleibt lang, der Nacken entspannt. Schließe die Augen und richte Deine Aufmerksamkeit sanft auf den Atem.
Für die Übung nutzt Du das Prana-Mudra: Dabei legst Du Zeige- und Mittelfinger sanft an die Stirn, während Daumen und Ringfinger die Nasenlöcher abwechselnd verschließen. Schon durch diese Geste entsteht eine ruhige, meditative Haltung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
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Atme zunächst tief ein und vollständig aus, um Dich zu zentrieren.
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Verschließe mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch und atme langsam durch die linke Seite ein.
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Schließe anschließend beide Nasenlöcher für einen kurzen Moment.
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Öffne das rechte Nasenloch und lasse den Atem sanft hinausströmen.
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Atme nun rechts ein, halte kurz inne, und atme dann links wieder aus.
Damit ist eine Runde beendet. Beginne mit fünf Runden und steigere Dich mit der Zeit auf zehn oder mehr, je nachdem, wie es sich für Dich angenehm anfühlt. Wichtig ist ein gleichmäßiger, ruhiger Atemfluss – ohne Anstrengung.
Typische Fehler und Tipps
Gerade am Anfang neigen viele dazu, zu schnell oder zu tief zu atmen. Achte darauf, dass Dein Atem stets gleichmäßig und angenehm bleibt. Auch das Zählen kann hilfreich sein, zum Beispiel „vier ein – vier halten – sechs aus“. So bleibt der Rhythmus stabil.
Wenn Du regelmäßig übst, wirst Du feststellen, dass sich die Atemzüge ganz von selbst vertiefen und Dein Geist immer leichter zur Ruhe kommt. Besonders empfehlenswert ist Nadi Shodhana am Morgen, um klar und fokussiert in den Tag zu starten, oder am Abend, um den Alltag hinter Dir zu lassen.
Wann solltest Du vorsichtig sein?
Nadi Shodhana ist eine sanfte Technik, die fast jeder praktizieren kann. Bei akuten Atemwegsinfekten oder starkem Schwindel solltest Du jedoch vorsichtig sein und die Übung gegebenenfalls aussetzen. Wenn Du unsicher bist, sprich am besten mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, bevor Du beginnst.
Fazit: Harmonie durch den Atem
Die Wechselatmung ist weit mehr als eine einfache Atemübung – sie ist ein Schlüssel zu innerer Ruhe, Klarheit und Ausgeglichenheit. Schon wenige Minuten täglich genügen, um Stress abzubauen und neue Energie zu tanken.
Wenn Du Deine Praxis vertiefen möchtest, kombiniere Nadi Shodhana mit anderen Atemübungen wie Pranayama, oder lasse Dich von der Kraft der Mantras und dem Omkara inspirieren. So entsteht ein ganzheitlicher Weg zu mehr Achtsamkeit und Balance.
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Ich bin Joram Schirmaier, Gründer von WellYo (ehemals Yoganism). Nach vielen Jahren intensiver Praxis und Lehrtätigkeit ist es mein Ziel, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Wohlbefinden, Klarheit und innerer Balance zu begleiten. Dabei geht es mir nicht nur um Yoga auf der Matte, sondern um alltagstaugliche Impulse, die nachhaltig wirken. Ich glaube daran, dass jeder Mensch auf seine eigene Art glücklich werden kann – und sehe meine Aufgabe darin, diesen Weg mit Erfahrung, Präsenz und einem offenen Herzen zu unterstützen.

Die Feueratmung – reinigt Körper und Geist, weckt Energie und bereitet dich optimal auf tiefere Atemübungen oder Meditation vor.




