Pranayama
Atem als Lebensquelle
Tag für Tag atmest Du – ganz automatisch. Doch was, wenn Du diese Bewegung des Lebens bewusst steuern könntest?
Im Yoga ist der Atem weit mehr als ein physiologischer Prozess. Er ist Träger von Prana, der feinstofflichen Lebensenergie, die Körper und Geist verbindet.
Pranayama, die vierte Stufe im klassischen Yogaweg, lehrt uns, diesen Strom gezielt zu lenken – und so Zugang zu tiefer Konzentration und Meditation zu finden.

Was bedeutet Pranayama?
Das Wort setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
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„Prana“ – die vitale Lebensenergie, die alles Lebendige durchdringt,
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„Ayama“ – Ausdehnung, Kontrolle oder Verlängerung.
Pranayama bedeutet also wörtlich „die Ausdehnung oder Lenkung der Lebensenergie“.
In der Praxis heißt das, den Atem zu beobachten, zu vertiefen und schließlich bewusst zu führen.
Diese bewusste Atemarbeit ist nicht nur eine Technik, sondern ein Weg, das Energiesystem des Körpers zu reinigen und innere Ruhe zu kultivieren.
Die vier Phasen des Atems
Puraka
Einatmung
Bei Puraka fließt frische Energie in Deinen Körper. Achte auf eine ruhige, gleichmäßige Bauchatmung, die Diaphragma und Lunge sanft weitet und Dir ein Gefühl von Fülle schenkt.
Kumbhaka
innere Pause
Nach der Einatmung hältst Du das Prana in Dir – das ist Kumbhaka. In diesem Moment der Stille spürst Du, wie sich Energie im Körper ausbreitet und der Geist auf natürliche Weise zur Ruhe kommt.
Rechaka
Ausatmung
Mit Rechaka lässt Du alles los, was nicht mehr gebraucht wird: Stress, Anspannung, Gedanken. Eine lange, sanfte Ausatmung massiert Bauchraum und sorgt für ein Entspannungsgefühl.
Sunyaka
äußere Pause
Nach der Ausatmung folgt mit Sunyaka, die Suspension - das Anhalten des ausgeatmeten Atems. In dieser Leere entsteht ein ganz eigener Raum – hier können sich Körper und Geist regenerieren.
Warum Pranayama üben?
1. Physische Stärke & Gesundheit
Atemübungen verbessern Deine Lungenkapazität, stärken die Atemmuskulatur und unterstützen das Herz-Kreislauf-System. Sanfte Techniken wie die Wechselatmung (Nadi Shodhana) oder Feueratmung (Kapalabhati) kurbeln den Stoffwechsel an und fördern Deinen Energielevel.
2. Energetische Balance
Pranayama reinigt und harmonisiert die feinstofflichen Kanäle (Nadis) und Energiezentren (Chakras). Mit jeder bewussten Puraka, jedem Kumbhaka und jeder Rechaka bringst Du Prana wieder in Fluss.
3. Mentaler Fokus & Entspannung
Bewusste Atemkontrolle beruhigt das Nervensystem, baut Stress ab und schenkt Dir mentale Klarheit. Techniken wie Bhramari (Bienenatmung) senken Unruhe, während Ujjayi-Atmung im Deinen Geist zentriert und Dich ganz im Hier und Jetzt ankommen lässt.
Vom Atem zur Stille
Pranayama ist ein Tor – nicht nur zu Gesundheit, sondern zu Bewusstheit.
Mit jeder Einatmung öffnet sich Raum, mit jeder Ausatmung entsteht Freiheit.
Im Halten – im Kumbhaka – erfährst Du den Moment zwischen den Gedanken, wo alles still wird.
Wenn Asana Dir Stabilität schenkt, dann schenkt Pranayama Dir Tiefe.
Diese Tiefe führt Dich weiter – zu Pratyahara (Rückzug der Sinne), Dhyana (Meditation) und schließlich zu Samadhi, dem Zustand innerer Einheit.
Der Atem ist mehr als ein biologischer Rhythmus – er ist das Werkzeug für Heilung, Präsenz und Transformation.
Wenn Du lernst, ihn zu lenken, lernst Du, Dein Leben zu lenken.
So beginnt jede Reise nach innen – mit einem Atemzug.
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Ich bin Joram Schirmaier, Gründer von WellYo (ehemals Yoganism). Nach vielen Jahren intensiver Praxis und Lehrtätigkeit ist es mein Ziel, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Wohlbefinden, Klarheit und innerer Balance zu begleiten. Dabei geht es mir nicht nur um Yoga auf der Matte, sondern um alltagstaugliche Impulse, die nachhaltig wirken. Ich glaube daran, dass jeder Mensch auf seine eigene Art glücklich werden kann – und sehe meine Aufgabe darin, diesen Weg mit Erfahrung, Präsenz und einem offenen Herzen zu unterstützen.







